Am Friedensplatz haben wir zusammen mit unseren Freunden aus unseren Partnergemeinden an die Opfer der beiden Weltkriege gedacht. Das sind nicht nur die Menschen, die im Krieg gestorben sind, sondern alle Menschen, die zu dieser Zeit gelebt haben. Manche Soldaten haben zwar körperlich überlebt, aber schwere seelische Wunden mit nach Hause gebracht. Viele Menschen aus der Bevölkerung haben Grausames erlebt, als die Soldaten der anderen Nationen hindurch gezogen sind oder die eigenen Söhne und Männer nach Hause gekommen sind.
Tief beeindruckt und berührt haben mich die persönlichen Worte von Pfarrerin Katja Deffner über das Schweigen in den Familien. Die vielen ungestellten Fragen. Das Unwissen der Jungen und die Wortkargheit der Alten. Der Wunsch verstehen und wissen zu wollen. Die unsichtbaren Grenzen bei denen Gespräche beendet wurden. Der stille und doch laute Schmerz. Das kenne auch ich zu gut.

- Ich wünsche mir, dass es nicht nur bei dem Erinnern an diesem einen Tag bleibt.
- Ich wünsche mir, dass diese Worte im Alltag weiter wirken und unser Handeln leiten.
- Ich wünsche mir, dass wir aufhören sperrige Begriffe zu verwenden, um Menschen zu beschreiben und wir uns auf das Verbindende und die Solidarität miteinander als Menschen konzentrieren.
- Ich wünsche mir, dass wir gemeinsam gegen Ausgrenzung und Hass vorgehen.
- Ich wünsche mir, dass schwierige Zeiten uns zusammen bringen, wir miteinander nach Lösungen suchen und die Schwächsten ganz selbstverständlich unterstützen.
